Heute vor einem Jahr: An dem Tag, als ich unser Baby verlor

Veröffentlicht am

11. Juli 2018

Geschrieben von

Hanna

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Meine beste Freundin sagte vor unserem großen USA Urlaub noch „Du kommst eh schwanger wieder!“ Recht hatte sie nicht. Aber so unrecht auch wieder nicht….

Mir ging es körperlich schlecht

Besonders nach dem Urlaub ging es mir nicht gut. Ich habe unglaublich viel geschlafen und war so schlapp. Schlapp war ich aber schon vor dem Urlaub irgendwie. Also bin ich zum Hausarzt hingefahren und habe um ein Blutbild gebeten. Am nächsten Tag telefonierten wir und er sagte mir, dass er ja richtig erschrocken war, als er die Wert gesehen hat. Ich hatte zu kleine und zu wenige rote Blutkörperchen und mein Eisenwert war mehr als nur im Keller!

Medikamente – wann treten Nebenwirkungen auf?

Sofort habe ich Eisentabletten verschrieben bekommen. Ich war sehr gespannt, ob ich diese vertrage – in der Schwangerschaft mit K1 habe ich alle Produkte, die mit Eisen zu tun hatten nicht bei mir halten können. Aber es ging 1,5 Wochen gut. Dann war mir eines morgens so übel, dass ich mich wieder hingelegt habe und auf der Arbeit spontan einen Tag frei genommen habe. Mittags habe ich mich übergeben. Danach war es aber wieder vorbei.

Der Schwangerschaftstest

3 Tage später habe ich einen billigen Schwangerschaftstest gemacht. Ich fand es sehr komisch, dass die Nebenwirkung der Eisentabletten erst 1,5 Wochen nach Einnahme kommen. Ich war sehr verwirrt, seit wann die Kontrolllinie so weit unten ist. Dann habe ich erst realisiert, dass der Test fett positiv war. Irgendwie war das sehr unwirklich. K1 hatte das mitbekommen und fragte, was ich da gemacht habe. Ich habe es ihm erklärt und er sagte wie selbstverständlich: „Dann ist da meine Schwester im Bauch!“

Wie weit bin ich eigentlich?

Einen Tag später, ein Samstag, haben wir uns mit meiner Schwester in Münster getroffen. Wir haben gar nicht viel gemacht. Auf dem Rückweg bin ich noch bei der Drogerie reingehüpft und habe einen Test mit Wochenbestimmung gekauft. Ich hatte nämlich wirklich gar keine Ahnung, wie weit ich wohl bin. Der zeigte am gleichen Abend noch 2-3 an. Ich dachte nur „Nicht schon wieder Februar“ – schaute in den Kalender und es sollte Anfang März 2018 werden.

„Ich bin schwanger!“

In den nächsten Wochen haben wir es meiner Familie erzählt, weil wir noch zu der Hochzeit meines Stiefbruders eingeladen waren und ich nicht wollte, dass es da rauskommt. Es sollte ja deren Tag sein. Freunde haben es auf der Arbeit gemerkt. Ob es der Freund war, mit dem ich Kaffee trinken wollte und urplötzlich sehr dringend fragte, wo die nächste Toilette ist. Sei es die Freundin die sagte: „Ich wollte dich letzte Woche schon gefragt haben, weil ich das dachte…“ – oder sei es der andere Freund der sagte: „Sieht man bei deiner Figur doch eh schon!“. Und ja, hatte ich das falsche Oberteil an, wusste man das.

Meine Chefs haben sich für mich gefreut!

Ich hatte auch schon meinen Chefs bescheid geben. Auf der Arbeit passte das auch alles ziemlich gut mit Mutterschutz. Es war fast so, als wäre es genau geplant und getimet gewesen. War es aber nicht. Wir haben es drauf ankommen lassen. Wenns passiert passierts, wenn nicht, dann eben noch nicht. Beides wäre okay gewesen. Es haben sich auf jedenfall alle mit uns gefreut. Auch meine Chefs, wie ich sehr gerne betonen möchte!!!

An dem Tag, als ich mein Kind verlor

Irgendwann zwischendurch habe ich auch beim Frauenarzt angerufen und einen Termin ausgemacht. Der war genau einen Tag vor dem großen Event von MünsterBLOGs am 11. Juli 2017. Und es war genau der Tag, an dem ich mein Kind auch verloren habe!

Als ich vom Arzttermin nach Hause kam, hatte ich schon die Krankschreibung in der Hand. Mir ging es gut. Zuhause bin ich ins Bett gegangen, aber das war in den Tagen nicht ungewöhnlich. Ich war einfach fertig vom Tag. Von 18-19:30 Uhr habe ich nur geweint. Ich wusste selbst nicht einmal warum. Ich hab mir keine Sorgen gemacht. Traurig war ich auch nicht. Ich habe einfach geweint und konnte nicht aufhören. Dann bin ich auf Toilette gegangen. Und das Kind war definitiv weg. Ich hatte gar keine Zweifel.

Diese blöde Krankschreibung!

Danach habe ich was gegessen und bin wieder ins Bett gegangen. Ich war am überlegen die Krankschreibung nicht abzugeben. Am nächsten Tag normal arbeiten zu gehen um dann auch beim Event mit dabei sein zu können. Mir ging es gut. Ich hatte keine Schmerzen und irgendwie war es okay. Weil es seinen Grund gehabt haben wird. Ich habe am nächsten Tag lange geschlafen. Mein Mann hat einen Termin beim Frauenarzt gemacht, weil er sich Sorgen gemacht hat. Ich bin hingegangen und er hat mit sehr nahegelegt zuhause zu bleiben und die Krankschreibung abzugeben. Auch einer meiner Chefs sagte mir dies in der Firma. Und weil für das Event sowieso schon alles umgeplant war, dass Leila und ich nicht da sind, wollte ich nicht SCHON WIEDER alles über den Haufen schmeißen.

Ja, ich bin traurig – aber es ist okay

Ja, mir kommen die Tränen, wenn ich mit anderen darüber rede. Ja, ich habe geweint, als ich meinen Freunden und der Familie erzählt habe. Zugegeben: Den meisten habe ich es sogar geschrieben, weil es mir leichter gefallen ist. Ja, ich war traurig. Ja, ich bin es auch immer noch irgendwie. Aber ich bin überzeugt, dass es einen Grund gehabt haben wird.

Geschrieben von Hanna

Ich bin Hanna, 28 Jahre jung. Gebürtig komme ich aus einer kleinen Stadt in Schleswig-Holstein. Mittlerweile lebe ich mit meinem Mann und unseren zwei Söhnen im Münsterland.

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4 Kommentare

4 Kommentare

  1. Ich kann nur erahnen wie es dir gegangen sein muss und noch geht. Jeder erlebt so eine Fehlgeburt anders und vor allem wie weit das Kind schon war.
    Für mich war es durch den frühen Abgang in der 7. Woche und dem Wissen, dass es nur eine leere bzw fehlentwickelte Fruchthöhle war, sehr leicht das zu akzeptieren und zu verstehen.
    Für mich ist die aktuelle Schwangerschaft in dieser Hinsicht sehr heilend, denn dieses Kind Nummer Zwei wollte zu uns. Auch wenn es nie einfach gewesen ist und die Ängste bis heute anhalten.

    Ich drück dich ❤

    Antworten
    • Bei mir hat das Herz definitiv schon geschlagen und die Fehlgeburt setze bei einer Untersuchung beim Frauenarzt sein – das war irgendwie mit das schlimmste… Zumal dieser das nach ein paar Monaten schon wieder vergessen hatte, dass ich überhaupt einen Abgang hatte.
      Irgendwie ist es ja auch irre, was ein Kind im Bauch alles schon bewirken kann. Und welche Wunden es heilen kann, ohne dass es schon auf der Welt ist <3 Danke dir für deinen lieben Kommentar!

      Antworten
  2. Hallo Hanna,
    ich kann es dir nachfühlen.
    Letztes Jahr im Februar erfuhr ich, dass ich endlich schwanger bin. Im April bei einer Vorsorgruntersuchung stellte meine
    Frauenärztin fest, dass das Baby nicht weiter gewachsen ist.
    Misses abort. Keine Blutung hatte ich, mein Körper schickte mir kein Signal.
    Als ich es erfuhr, war ich sehr traurig.

    3 Monate später war ich wieder schwanger. Anfangs hatte ich Angst bis zur 12-14 Woche.

    Unser Bub ist nun 3 Monate alt.

    Antworten
    • Das tut mir seht leid :(

      Hört sich jetzt vielleicht sehr doof an (ich denke aber irgendwie immer so), aber ansonsten wäre euer Bub nun nicht bei euch. Ich wünsche euch alles erdenklich liebe <3

      Antworten

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