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Alltag Familie Gedanken

Eltern sein ist Einstellungssache

20. Januar 2017
Kinder essen Bratwurst | familiert.de

Irgendwie wussten alle direkt, wie viel zeit ich haben werde, wie müde ich sein werde und vor allem: Das ich nur noch zuhause bleiben kann. Und dann habe ich ganz viel Lob von den Freunden von meinem Mann bekommen, weil er noch „raus darf“…

Ich fand das echt krass! Ich trug ein Kind in meinem Bauch, unter meinem Herzen. Damals habe ich immer wieder zu Leuten gesagt: „Ich kriege ein ‚einfaches‘ Baby!“. Im Nachhinein stimmte dies auch weitestgehend. Oder lag das einfach an uns? Ich weiß auch nicht so recht. Auf jedenfalls fand ich es furchtbar schrecklich, dass immer mehr Menschen meinten mir sagen zu müssen, wie ich als Mama sein werde. Und wie ich etwas machen würde.

„Du stellst dir das viel zu einfach vor!“

Noch heute höre ich diesen Satz. Er kam von vielen Menschen, aber richtig bewusst verbinde ich ihn mit nur einem Menschen. Und dem wollte ich es zeigen. Ich habe mir nichts einfach vorgestellt. Ich wusste, dass es nicht einfach sein wird. Wie sollte alles auch auf einmal „einfach“ sein. Ich war schwanger und mitten in der Ausbildung. Diese Kombination ist – denke ich – nie einfach! Aber auch nicht nur diese Kombination hatte ich im Blick. Wie sollte es einfach werden, wenn wir mit Abstand die ersten im Freundeskreis sind, die ein Kind in die Welt setzen?

Mit 4 Tagen die erste Party

Und als unser Sohn dann da war, war alles tatsächlich ganz einfach. Bereits 4 Tage nach der Geburt war er einfach mit bei der ersten Party. Ich war „Fahrer“, weil ich eh gestillt habe. Die meiste Zeit hat Noah geschlafen. Und um es nochmal hervorzuheben: Es war keine Party, wo Flaschen durch die Gegend geschmissen wurden. Es war eine ruhige Runde mit vielen Leuten, die sich gefreut haben, dass wir alle da waren. Keiner war gestört. Und weil es bereits nach 4 Tagen war: Ich war fit und wollte raus. Ich konnte nicht länger drin bleiben. Ich fand die 3,5 Tage im Krankenhaus schon schrecklich…

Und zur nächsten Feier

Und dann mit 10 Tagen kam die zweite Party. Diesmal eine Firmenveranstaltung zu Weiberfastnacht. Ich habe unseren Sohn getragen, die meisten dachten, er sei meine Verkleidung. Bis er irgendwann wach war und ich ihm meinem Mann gab. Weil ich mal die Wärmflasche „loswerden“ musste und auf Toilette wollte. Da waren alle etwas entsetzt und dann überrascht, dass er erst 10 Tage alt war. Und vor allem aber, warum ich wieder so schlank war.

Bei Oma schlafen hilft der Bindung

Nach der zweiten, kam die dritte Veranstaltung und so weiter. Noch heute nehmen wir ihn (fast) überall mit hin. Wir achten darauf, dass es keine wilden Partys sind. Und wenn wir beide doch mal zusammen etwas trinken gehen möchten, dann kann es auch vorkommen, dass er bei der Oma schläft. Warum auch nicht? Wir finden, dass auch dies dazu gehört. Dass es der Bildung zwischen Großeltern und Enkeln hilft.

Bei uns hat es funktioniert!

Wir sehen das alles ziemlich entspannt. Was soll denn auch schief gehen? Selbst, wenn es mal nicht klappt, können wir nach Hause fahren. Dann sind wie eh zuhause – warum also nicht losfahren und es zumindest versuchen? Bei uns hat das funktioniert. Und für uns war das ganze auch gut – denn es waren immer mehr als zwei Augenpaare auf unseren Sohn gerichtet, die aufgepasst haben. Nicht nur wir haben ihm seine Lieblingsbücher zum 1.000 mal vorgelesen und er war ausgeglichener, weil er auch andere Wohnung erkunden konnte.

Mehr machen, weniger zweifeln

Oft genug machen sich Menschen viel zu viele Gedanken. Man sollte auf das eigene Bauchgefühl hören. Und einfach mehr machen anstatt zweifeln. Wir sind mittlerweile dafür bekannt, dass es in bestimmt 70% der Fällen unser kleiner Sohn ist, der bei Firmenveranstaltungen rumrennt. Oder mal wieder die Kantine unsicher macht und Saft geschenkt bekommt.

Schwanger auf einem Festival?

Und eine Geschichte habe ich noch zum Schluss für euch: Wisst ihr, wo der Großteil von unseren Freunden erfahren hat, dass ich schwanger bin? Auf einem Festival. Das beschreibt uns und unsere Einstellung ziemlich gut. Und dann war ja auch klar, wer die Aufsichtspflicht für alle Portmonees hatte, oder?!

 

Ich möchte noch einmal klarstellen, dass es der Weg ist, den wir gegangen sind. Jede Familie muss seinen eigenen Weg finden und es bedeutet nicht, dass man so locker flockig durch die Weltgeschichte dingeln kann, wie man will. Es gibt Familien und Kinder, die brauchen einen festen Rhythmus. Bei uns war das nie ein Problem. Im Zweifel wurde die Mittagsstunde unter dem Tisch gehalten… 

  • Reply
    Beatrice
    21. Januar 2017 at 13:34

    Es gibt diese Babys mit denen ist das alles möglich. Flugreisen, Partys. Betreuung durch Babysitter. Egal ob Omas oder Freunde. Und ich kannte auch solche Babys. Ich fand das toll. So wollte ich es auch handhaben. Alles ganz easy und entspannt.
    Und dann kam das erste Kind. Es schrie unterwegs auf den Autofahrten. Puh. Es schrie dann am Abend vor Überreizung, wenn wir in größeren Runden waren. Dann kam das zweite Kind und das schrie einfach immer! Wir haben trotzdem Dinge unternommen. Und ich höre huete noch eine Bekannte immer wieder sagen, dass sie mich bewunderte, wie ruhig ich immer geblieben sei, obwohl das Kind immer und vorallelm laut geschrieen hätte.
    Das Kind schrie schon, wenn sie nur ein unbekanntes Gesicht sah. Dabei hatte ich sie fast IMMER im Tragetuch.
    Das dritte Kind war etwas pflegeleichter was das anging. Aber bei Oma übernachten war auch lange nicht drin. Bei unserem Umzug konnte ich nicht mithelfen, weil das Kind (1Jahr) so schrie, dass die Oma SOS funkte.
    Kinder sind einfach unterschiedlich.
    Die sind wie sie sind.

    Allerdings stimmt es. Was andere sagen, das ist egal. Davon sollte man sich nicht beirren lassen.

  • Reply
    Bloglieblinge - Januar 2017 - Wiktoria's Life
    27. Januar 2017 at 16:35


    Willkommen in der neuen Kategorie „Bloglieblinge“. Jeden letzten Freitag im Monat werde ich Euch Blogposts vorstellen, die mir besonders gut gefallen haben.
     
    Die illustre Runde eröffnet heute Christina von ichmitkind.at: Eltern unter Euch kennen das: die beiden Familienparkplätze vor dem Supermarkt sind belegt. Offensichtlich von Autofahrern ohne Kinder. Unschwer zu erkennen an fehlenden Kindersitz oder sonstigen Hinweisen, die irgendwie auf ein Familienauto hindeuten. Warum wir Eltern auf diesen Parkplatz so angewiesen sind, erklärt Christina in ihrem Blogpost:  Lieber Ohne-Familie-auf-dem-Familienparkplatz-Parker
    Wie es sich für eine 10-jährige wohl anfühlt, eine depressive Mutter zu haben? http://www.limalisoy.de sucht eine Antwort darauf. Sie versucht, das Erlebte ihrer Kinder in Worte zu fassen: Ich habe eine depressive Mutter
    Habt ihr Euch schon einmal Gedanken gemacht, zu wem Eure Kinder kommen, sollte Euch etwas passieren? Nein? Ich offen gestanden auch nicht. Wer will darüber schon nachdenken? Dabei hat Kathrin von Nestling.org genau recht, wenn sie uns auf die Dringlichkeit dieses Themas hinweist: Wer bekommt das Kind im Todesfall?
    Ich kenne Mütter, die verbieten sich im Babyjahr praktisch alles, was irgendwie Spaß macht. Weil es ja dem Baby schaden könnte, oder sich aus irgendwelchen Gründen nicht gehöre. Helene von familiert.de meint, Elternsein ist Einstellungssache. Und ist mit ihrem gerade mal 4 Tage alten Baby das erste mal ausgegangen.
    Und zu guter Letzt habe ich noch eine gute Nachricht für alle Mütter, die etwas ältere Kinder haben als ich: Eure Kinder sind gesetzlich dazu verpflichet, Euch im Haushalt zu helfen! Glaubt ihr nicht, dann lest mal, wie Frau Mutter sich zu dem Thema äußert: Sollen Kinder im Haushalt helfen?
     
     
     
     
    Welche Beiträge haben Euch im Januar besonders gut gefallen? Ich freue mich immer wieder über neue Entdeckungen. Kommentiert einfach unter diesem Beitrag!
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