Ja, meine Schwangerschaft ist schon fast zwei Jahre her. Aber die Spuren davon werde ich mein Leben lang wohl tragen. Hier wird es nicht darum gehen, dass ich die Schwangerschaftsstreifen liebe. Das ich damit glücklich bin. Aber richtig unglücklich bin ich damit auch nicht. Sie sind da. Und das ist okay. Aber trotzdem möchte ich sagen, wie sehr ich meinen Körper mag, seitdem ich ein Kind bekommen habe. Und zwar aus den folgenden Gründen:

Vor der Schwangerschaft hatte ich meine Tage oft so heftig, dass ich vor schmerzen spucken musste. Oder auf gut deutsch auch: Ich bin regelmäßig zur Toilette gerannt und habe dort gekotzt. Nicht, weil ich schwanger war, wie manche vermutet hatten, sondern weil ich so krasse Schmerzen hatte. Und dann haben auch Schmerztabletten nicht gewirkt, denn die waren einfach schneller draußen, als sie geholfen haben. Da hat auch nie ein Tee geholfen. Regelmäßig lag ich mit diesen Schmerzen flach und sie waren in einem Zustand am ehesten auszuhalten: Jammernd! Der arme Herr! An den Tagen habe ich sogar meistens Urlaub genommen oder Überstunden abgebaut. Denn mir war es unangenehm mich deswegen krank zu melden. Immerhin war ich nicht krank. Es gehört bei einer Frau einfach zur Natur…

Aufgrund dieser Erfahrungen hatte ich übrigens immer Angst vor der Geburt. Weil die ja so schmerzhaft sein sollte. Und ich fragte mich immer wieder: Was kann denn heftiger sein, als das? Als ich dann auch noch ungeplant schwanger wurde, habe ich mich gefreut, dass ich diese Schmerzen einfach nicht mehr hatte – zumindest 9 Monate lang nicht! Und das war für mich schon ein Grund zum feiern. 9 Monate nicht vor Schmerzen spucken, was ein Traum! Ich dachte nur: Gut, dann darf die Geburt auch schweinemäßig weh tun! Und was war? Ja, sie tat weh. Aber ich sag mal: Meine Erfahrung mit den Tagen hat mich sehr gut vorbereitet. Und so habe ich unter der Geburt wesentlich weniger gejammert, als die ganzen Jahre zuvor!

Nach der Geburt unseres Sohnes kann ich folgendes Berichten: Ich merke nichts mehr! Also, wenn ich meine Tage bekomme. Selbst Rückenschmerzen, die die Tage sonst ankündigten habe ich nicht mehr. Ich genieße es, dass ich heute die schlimmsten Tage nicht nur im Bett jammernd verbringen muss. Im Gegenteil: Ich kann „trotzdem“ am normalen Leben teilnehmen. Und ich nehme mir nicht mehr deswegen frei. Zudem hätte ich jetzt kein schlechtes Gewissen mehr, irgendwann ein Mädchen zur Welt zu bringen. Ich hatte immer Angst davor. Denn so heftig, wie ich meine Tage habe, wünsche ich es niemanden. Meine Mama hatte die Tage angeblich führer so doll wie ich… Übrigens die einzige Person die mir nachfühlen konnte – selbst meine Schwestern haben früher gesagt „Was stellst du dich an!“. Was mir meine Mama dann immer sagte? Sobald du ein Kind zur Welt gebracht hast, wird es besser!

So unregelmäßig meine Periode vor der Geburt war, so pünktlich ist sie heute. So schmerzvoll meine Tage immer waren, so schmerzfrei bin ich heute. So wie ich sie früher gehasst habe, ist es mir heute egal! So wie ich früher wenig von dem vorgehen in meinem Körper gemerkt habe, umso mehr merke ich es heute! Und all das macht diese Schwangerschaftsstreifen sowas von wett! Dann bin ich lieber schmerzfrei mit Zeichnungen auf meinem Körper, als wenn das ganze immer noch so wäre, wie vor der Geburt! Das ist es mir alle mal wert…

Author

Mama Hanna (27 Jahre jung) kommt gebürtig aus einer kleinen Stadt mitten in Schleswig-Holstein. Seit 2011 wohnt sie mit ihrem Mann (2016) im Münsterland. Der gemeinsame Sohn kam 2014 auf die Welt und machte sie zur Familie. Ende 2018 gibt es weiteren Nachwuchs.

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