Up!gesetzt im Reboarder

Veröffentlicht am

30. Januar 2015

Geschrieben von

Hanna

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Ich habe euch ja bereits am Mittwoch allgemein über unser Drama mit der Auswahl eines Folgesitzes berichtet. Heute möchte ich euch zeigen, dass selbst ein Kleinstwagen ausreichen Platz für einen Reboarder bietet und ich somit das Argument, des Platzbedarfes absolut gar nicht nachvollziehen kann.

Zum Glück ist die Anzahl der Reboarder anscheinend im allgemeinen gestiegen – im Vergleich zu meiner letzten Recherche. Und ich denke, dass die meisten wissen werden, was ein Reboarder ist und ihn ausmacht. Aber für die, die das noch nicht wissen, denen mag ich einmal ganz kurz erklären, was es damit auf sich hat.

Was ist ein Reboarder?

In Deutschland fahren alle Kleinkinder Rückwärts, aufgrund der Sicherheit. Mit etwa einem Jahr, sind viele Kinder jedoch schon aus der Babyschale herausgewachsen und brauchen einen neuen Kindersitz. Die meisten Kindersitze der Gruppe 1, die direkt nach der Babyschale folgen (Gruppe 0 und 0+), sind Sitze, wo die Kinder nach vorne schauen. Ein Reboarder wird jedoch vom Prinzip her wie eine Babyschale eingebaut. Das bedeutet, dass die Kinder weiterhin nach hinten schauen. Viele Reboarder decken die Gruppen 0(+) bis 1 ab. Das bedeutet schon, dass die Kinder von 0 bis etwa 4 Jahre rückwärtsfahren können. Es gibt auch Reboarder, die weiterhin rückwärts nutzbar sind, auch wenn die Kinder älter als 4 Jahre sind.

Wieso macht ein Reboarder sinn?

Um euch ja nichts falsches zu erzählen, zitiere ich euch hier aus dem Reboard-Kindersitze e.V. (www.reboard-kindersitz.info) – von dort stammen auch die nächsten beiden Bilder

Kleinkinder bis zum Alter von 4 Jahren sind in Kindersitzen entgegen der Fahrtrichtung bis zu 5x sicherer als in vorwärts gerichteten.
Der Kopf eines Kleinkindes macht bis zu 25% seines gesamten Körpergewichtes aus. Zudem werden Nackenmuskulatur und Wirbelsäule bis zum Alter von 4 Jahren erst vollständig ausgebildet. Die Wirbelkörper, die zuvor teilweise aus Knorpelgewebe bestehen, werden vollständig geschlossen.
Bei einem Frontal-Crash in einem vorwärts gerichteten Sitz wird der Kopf des Kindes mit enormer Wucht nach vorne geschleudert, während der Körper von den Gurten zurückgehalten wird. Die extremen Kräfte, die dabei wirken, sind für den Hals und Nacken eines Kleinkindes nicht zu kompensieren. Die Folgen können Rückenmarksverletzungen, Querschnittslähmung oder sogar eine intrakorporale Enthauptung sein.
Reboarder - warum sicher?
In einem Reboard-Sitz hingegen wird die Aufprall-Energie über den gesamten Rücken des Kindes gleichmäßig in den Sitz abgeleitet. Die Sitzschale wirkt wie ein Schutzschild und stützt den gesamten Rumpf des Kindes.
Reboarder - warum sicher?

Im vw up! ist dafür doch kein Platz!

Ja, es ist so, dass ein Reboarder mehr Platz einnimmt, als ein vorwärtsgerichteter Kindersitz. Und wie jeder guter Satz, wird der nächste mit ‚aber‘ anfangen. ABER die meisten Menschen vergessen oder wissen oftmals auch gar nicht, dass vorwärtsgerichtete Kindersitze einen Mindestabstand zum Vordersitz benötigen, damit die Kinder im Falle eines Unfalls nicht gegen den Sitz knallen können. Das können bei Kindersitzen auch schonmal 55cm sein. Und das ist genau der Platz, den ein Reboarder für sich einnimmt und dabei dem Kind optimalen Schutz bieten kann.

Nun ist es so, dass wir ja bereits in einem Urlaub festgestellt haben, dass der up! ein kleines Raumwunder ist. Aber unsere Erwartungen mit einem Reboarder indem Auto waren nicht besonders groß. Umso mehr überraschte uns, dass der HTS BeSafe iZi Combi X4 Isofix problemlos hinten einzubauen war. Mehr noch: Ich mit meinen 1,76 Meter kann vorne noch ziemlich normal sitzen.

Jetzt ist es so, dass der X4 von BeSafe von der Einbauweise her variable mit der Beinfreiheit ist. Und da K1 noch nicht so viel Platz beansprucht, wird sich der Platz vorne logischer weise noch ändern. Im Vergleich haben wir auch Mathias nochmal nach vorne gesetzt, weil der ja auch schon Probemodel bei der Babyschale war – so habt ihr einen genaueren Vergleich.

Reboarder - Platz vorne im vw Up

beinfreiheit-beifahrer

Kinder wollen nachher gar nicht mehr Rückwärts sitzen!

Das ist einer der Gründe, warum wir gerne wollten, dass er zur Not auch vorwärts eingebaut werden kann. Mit der Babyschale hatten wir ja oft schon richtige Probleme K1 darin anzuschnallen, weil er sich wie wild gewehrt hat. Im neuen Kindersitz ist das alles überhaupt kein Problem mehr. Er lässt sich da ohne Anstalten anschnallen und genießt den Ausblick aus der Heckscheibe sehr. Bei der ersten Fahrt war er so verdammt ruhig und fasziniert, dass ich Mathias anrufen musste. Es ist schon zu beobachten, wie wohl er sich in diesem Sitz fühlt!

Reboarder im VW up

Unser Kindersitz im Detail

Wie bereits angedeutet ist der X4 in seinem Einbau recht Variable. Das habe ich euch mal hier gezeigt. Das liegt einfach daran, dass die Iosfix-Kufen auf einer Art Schiene sitzen und diese beliebig eingestellt werden kann. So kann der Sitz bei kleineren Kindern näher an den Sitz heran geschoben werden und bei größeren weiter vom Sitz weg, damit diese mehr Beinfreiheit haben. Auch hier haben wir nochmal Fotos mit Mathias vorne gemacht, damit ihr den Vergleich habt, wie viel Platz der Sitz dann wirklich einnimmt.

minimaler-maximaler-abstand Reboarder

 

minimaler-maximaler-abstand-mathias

Man sieht einfach, dass die größte Position des Sitzes im Auto ihm noch kaum Beinfreiheit lässt. Ich hingegen kann da schon noch einigermaßen bequem sitzen, da ich meine Beine eh immer zu einer Seite schmeiße. Auf längeren Fahrten wird dies aber bestimmt ungemütlich. Die fahren wir ja aber nicht mit dem vw up!

Beinfreiheit Reboarder Hanna

 

Aber bei uns allen reicht die kleinste Einstellung zur Zeit noch locker aus. Ich habe euch hier mal die Beinfreiheit von K1 fotografiert. Er kommt gerade so mit den Fußspitzen an die Rückenlehne dran. Die Einstellung wird noch ein Weilchen reichen und keiner muss sich auf den Vordersitz quetschen!

Reboarder Beinfreiheit Kind

Des Weiteren gibt es drei Positionen in die der Sitz eingestellt werden kann. Diese unterscheiden sich in der Neigung des Sitzes. In meinem Auto habe ich meistens die zweite Position eingestellt, weil mir die erste auf meiner Rücksitzbank irgendwie ein wenig steil vorkommt.

Reboarder Positionen

Reboarder Positionen

Reboarder Positionen

Außerdem hatten wir aufgrund von K1s Größe etwas Probleme den richtigen Sitz zu finden. Hier mag ich euch einmal zeigen, wie viel Platz noch mit diesem Sitz noch hat. Zuerst könnt ihr die aktuelle Einstellung einmal sehen. Auf der rechten Seite seht ihr dann noch den Puffer, den er in dem Sitz hat. Dazu haben wir das Sitzkissen entfernt und die Kopfstütze auf die oberste Position eingestellt.

Reboarder Platzfreiheit

Was noch sehr cool ist, sind die Magnete in dem Sitz, welche die Gurte zurück halten. Die brauch man eigentlich gar nicht mehr bewusst festmachen. Dies geschieht schon fast automatisch, wenn man das Kind herausnimmt und ist für das reinsetzen richtig praktisch.

Reboarder Magnete

Ein Reboarder im vw up! – Erstes Fazit

Es ist vermutlich etwas zu früh ein abschließendes Fazit zu fällen, aber für das erste möchten wir euch das schon geben. Wir sagen: Ein Reboarder passt auch ohne weitere Probleme in einen Kleinstwagen. Womöglich muss der Beifahrer da ein paar Kompromisse mit der Beinfreiheit eingehen, aber auf Kurzstrecke sollte dies absolut kein Problem sein. Die meisten werden vermutlich eh einen Kleinstwagen als Zweitwagen besitzen.

Geschrieben von Hanna

Ich bin Hanna, 28 Jahre jung. Gebürtig komme ich aus einer kleinen Stadt in Schleswig-Holstein. Mittlerweile lebe ich mit meinem Mann und unseren zwei Söhnen im Münsterland.

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4 Kommentare

4 Kommentare

  1. wir haben seit 3 monaten den cybex solution xfix der ist super.
    sie sitz bequem kann auch mal drin schlafen da sie der seiten schutz so gelegt ist das sie den kopf ranlegen kann. man kann ihn auch noch bissl verstellen so das die kopfstütze anders liegt.
    wenn man kein isofix hat auch kein problem den es gibt ihn auch ohne…

    Antworten
    • Vielen Dank für deine Empfehlung! Als Zweitsitz haben wir in der Tat mittlerweile auch einen Cybex, aber den Solution Q-Fix – und den nutzen wir weiterhin eher ungern, denn wenn unser Sohn – mittlerweile 3 Jahre – darin sitzt und einschläft, bietet der Gurt keinen bis wenig Halt und dadurch fällt er nach vorne.
      Wir bleiben da definitiv lieber beim Reboarder!

      Antworten
  2. Hallo,
    das nenne ich mal einen ausführlichen Bericht! Sehr toll. Ich finde, dass viel zu wenig über Reboarder berichtet wird, Deshalb fahren noch so viele Kinder vorwärtsgerichtet, obwohl Reboarder doch nachweislich sicherer sind. Vielleicht trägt ja dieser Bericht einen Teil dazu bei, dass sich das bald ändert… Wäre schön.

    Grüße
    Thristan

    Antworten
    • Vielen Dank Thristan!
      Ich finde es auch weiterhin sehr wichtig! Im Bulli vom Onkel fährt K1 heute noch rückwärts, aber dort fordert er das selbst ein – das finde ich super gut! Ich denke, dass wir auch bald wieder von der Babyschale auf den Reboarder wechseln ;)

      Antworten

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