Ich habe lange nicht gebloggt. Das hatte mehrere Faktoren. Der eine war mein Beitrag über die Kindergartensituation. Nicht falsch verstehen: Da waren sehr viele liebe Ratschläge bei – an dieser Stelle nochmal ein Dankeschön! Kurz nochmal zu dem Thema: Es bessert sich langsam bei uns!

Einer der Auslöser

Auf der anderen Seite hatte der Artikel aber auch einen heftigen Beigeschmack bei mir hinterlassen. Es war ein Beitrag, wo ich sehr lange am Überlegen war, ob ich den online stelle. Den ich immer wieder neu angefangen habe und mir immer wieder die Frage stellte: Ist das schon viel zu persönlich? Und dann dachte ich mir: Wir können doch nicht die einzigen in einer solchen Situation sein und habe einfach mal nachgefragt. Auch nach Ratschlägen.

Es kamen aber nicht nur Ratschläge. Das ist ja jetzt nicht verwunderlich. Aber mich wundert es doch immer wieder, wie viele Menschen einem Vorwürfe machen. Wie viele sich da draußen ein Urteil über uns erlauben und nicht einmal eine Situation hinterfragen. Es wurde so oft darauf aufmerksam gemacht, dass der erste Kindergarten mit 6 Monaten ja viel zu früh sein. Schön! Das mag da draußen vielleicht auch eine Meinung sein, die viele haben. Aber keiner von diesen Menschen hat sich im Ansatz einmal in unsere damalige Situation hineinversetzt. Geschweige denn mal nach den Hintergründen gefragt.

„Zieh dem Kind in der Stadt Schuhe an, verdammt!“

So ein Verhalten kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Und es zieht sich durch alle Zeiten, die wir bisher erlebt haben. Und durch viele Generationen und viele Situationen. Mich macht es fast schon traurig, was einem auch wildfremde Leute manchmal an den Kopf knallen, wenn sie einem nur auf der Straße sehen und einem Vorwürfe machen, dass das Kind Barfuss in der Stadt läuft.

Aber vielleicht hat das gute Gründe? Vielleicht hatten wir nur dicke Herbstschuhe dabei, aber es wurde plötzlich so heiß, dass die Füße schwitzen? Vielleicht hasst es mein Kind auch einfach Schuhe anzuziehen und wir haben vorher 3 Stunden versucht diese Schuhe anzuziehen, aber es nützt nichts? Vielleicht wurden uns die Schuhe bei der Hüpfburg in der Stadt geklaut? Aber vielleicht hat das Kind auch blasen vom Laufen bekommen? Oder wir haben unterwegs festgestellt, dass die eigentlich schon viel zu klein sind und wollen dem Kind noch einen Weg in diesen Schuhen ersparen?

Eine Sache kann so viele Ursprünge haben. Und diese Ursprünge sind heutzutage sowas von egal geworden. Es wird nichtmal in Betracht gezogen, dass Eltern in Verbindung mit den Kindern immer versuchen das beste aus einer Situation zu machen. So sollte es meiner Meinung nach laufen. Dass weder das Kind oder die Eltern in extremen zurückstecken müssen. Es ist immer wieder ein miteinander und füreinander. Und wenn man zusammen etwas nicht auf anhieb hinbekommt und deswegen nach Ratschlägen fragt, dann sollten an dieser Stelle Vorurteile und vor allem die Verurteilungen keinen Platz gegeben werden.

Was ich mir von allen für alle wünsche

Zurückrudern kann man eh nicht mehr. Die Zeit ist vergangen und Zeitreisen noch nicht erfunden. Und selbst wenn, kann ich in unserem Fall sagen: Wir würden unseren Sohn immer wieder mit 6 Monaten in den Kindergarten geben, weil es in der Situation für uns alle die richtige Entscheidung war! Aber was ich mir mehr unter uns allen wünsche: Den Versuch sich in die Situation der betreffenden Person hineinzuversetzen und dann Vorschläge machen, wie man diese Situation bestmöglich für alle Parteien meistern kann!

Denn seien wir auch mal ehrlich: Nicht jede Person fällt es leicht um Rat zu fragen. Und ganz sicher ist dieser Weg über fremde Menschen immer nochmal eine ganz andere Hausnummer, als wenn es über Freunde oder die Familie passiert!

Author

Mama Hanna (27 Jahre jung) kommt gebürtig aus einer kleinen Stadt mitten in Schleswig-Holstein. Seit 2011 wohnt sie mit ihrem Mann (2016) im Münsterland. Der gemeinsame Sohn kam 2014 auf die Welt und machte sie zur Familie. Ende 2018 gibt es weiteren Nachwuchs.

4 Comments

  1. Um Rat fragen ist nicht immer einfach. Und nochmal eine ganz andere Hausnummer, wenn man fremde Menschen fragt. Nicht jedem fällt es leicht. Und genau deswegen sind Verurteilungen in dem Zusammenhang alles andere als hilfreich!

  2. Das wichtigste finde ich dass Mütter an sich glauben. Es ist kein Zeit wo wir Verstehen erwarten können egal für welchen Weg wir uns entscheiden. Als erstes haben die meisten Menschen kaum Zeit sich selbst zu verstehen. So kann ich kein Verständniss erwarten. Dann hat dieser Urteilen nichts mit uns zu tun. Meistens zeigt es nur dass sie gestresst sind und selbst Schwierigkeiten haben. Ein Vater der viele Kinder hat schrieb „Wer Heute Fammilie Priorität geben will., muss gegen den Strom schwimen“ Glaube an Dich und Seine tiefste Wissen. Schwer ist es so oder so. Wenn Du Dein Weg gehst dann kommt Dir noch Krafft zu.

  3. Ich persönlich würde niemals auf die Idee kommen jemanden wegen etwas zu verurteilen, wenn er mich um Rat fragt. Ich versuche mich in die Situation hineinzuversetzen und überlege dann, wie das selbst handhaben würde.
    Wenn ich gestresst wäre oder der gleichen, dann würde ich auch einfach gar nichts dazu sagen. Weil ich es nicht könnte.
    Aber einschienend ist das Verständnis einfach bei wenigen Leuten so.
    Ist halt doch einfacher bei anderen sich einzumischen, als vor der eigenen Haustüre zu kehren ;)

  4. Ich habe damals auch ein Kommentar dazu geschrieben, ich hoffe das kam nicht verurteilend rüber… *mache mir gleich Sorgen*…
    Aber du meintest in einem kurzen kleinen Nebensatz ganz am Anfang, dass sich die Situation langsam bessert. Mich würde interessieren, wie es jetzt dazu kam? Doch von ganz alleine? Oder haben die Erzieher angefangen umzudenken?

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