… dann ist es erstmal komisch. Dann scheiße. Und zwar so richtig. Wieso, weshalb und vor allem warum?

Ich hatte in der letzten Woche mal wieder eines dieser Erlebnisse. Da kommt eine für mich fremde Person auf mich zu. Die Person weiß, dass ich mitten in der Ausbildung schwanger geworden bin. Ebenso, dass ich schnell angefangen habe, neben der Elternzeit wieder zu arbeiten, um für mich und meinem Sohn einen sachten Übergang von gar nicht arbeiten zur Vollzeitarbeit zu schaffen. Dass ich meine Ausbildung nicht anders beenden kann, als in diese Vollzeitarbeit zu gehen, sollte an dieser Stelle nochmal gesagt werden. Dieser Umstand wird sich auch direkt nach meiner Ausbildung ändern. Dazu aber später mehr.

Die besagte Person sagt so einfach heraus, dass die die Einstellung von mir richtig cool finden. Mehr noch. Das es bewundernswert ist, dass ich das so konsequent durchziehe. Dass ich weiß, was ich mir, meinem Freund und unserem Sohn zutrauen kann. Dass sie es wertschätzen, dass ich das so leiste und es absolut nicht selbstverständlich ist. Und ihr wisst gar nicht, wie gut es tut, genau solche Worte zu hören. Das es das eigene Ego aufputscht. Und wunden von anderen Personen heilt, die noch in der Schwangerschaft behauptet haben, dass das alles nicht zu schaffen sei. Es gibt einem so viel Kraft.

Und dann denkt man über diese Worte nach. Immer wieder. In dem Moment, wo diese Person, die Worte sprach, tat es unglaublich gut. Man hatte tränen in den Augen, weil sie einem zeigen, dass man es richtig macht. Das es kein utopischen Unterfangen war. Das da irgendjemand, der nicht gerade dein Freund, deine Mutter oder Vater, deine Schwester oder dein Bruder ist, an dich glaubt. An das glaubt, was du dir vorgenommen hast. Und dann wird dir bewusst, dass dies von einer dir völlig fremden Person kommt.

Einer Person, die dich im Grunde nicht kennt. Und dann macht es dich doch ein bisschen traurig. Wirklich nur ein bisschen. Weil du dir wünschst, dass Freunde an dich geglaubt hätten. Die Familie. Dass du so viel Anerkennung aus den „eigenen“ Reihen nicht bekommen hast. Das noch nie ein Wort des Lobes an dein Ohr gekommen ist, von Menschen, die dir wichtig sind. Oder von Menschen, wo du froh gewesen wärst. Weil sie trotz allem respektieren, was du da leistet…

Ich habe nie auf diese Anerkennung oder das Lob gepocht. Im Grunde kamen solche Worte immer dann, wenn man es am wenigsten Erwartet hatte. Weil dies alles mein eigener Anspruch ist. Weil ich für mich und mein Kind auch alleine sorgen können möchte, wenn es irgendwann dazu kommen sollte. Weil ich unabhängig vom Geld vom Vater meiner Kinder sein möchte. Weil ich eine Frau des 20. Jahrhunderts bin, die auf eigenen Beinen steht. Trotzdem hat diese Frau auch manchmal ein kleines bisschen das Bedürfnis auf Anerkennung. Auf Lob. Und das nicht von fremden, sondern von näherstehenden Personen. Personen aus dem Alltag eben…

Author

Mama Hanna (27 Jahre jung) kommt gebürtig aus einer kleinen Stadt mitten in Schleswig-Holstein. Seit 2011 wohnt sie mit ihrem Mann (2016) im Münsterland. Der gemeinsame Sohn kam 2014 auf die Welt und machte sie zur Familie. Ende 2018 gibt es weiteren Nachwuchs.

4 Comments

  1. Da sagst du was. Den meisten Lob bekomme ich auch nur von Leuten die mir eben nicht nahestehen, die ich teils nur aus dem Internet kenne. Das sie es toll finden das ich es jetzt noch mit den Studium versuchte.

    Es macht einen traurig wenn man eben nicht viel Zuspruch von der Familie gibt. Aber glaub mir, es ist immer noch besser nichts gesagt zu bekommen, als bei mir… ich durfte erfahren das mein Vater, mein bruder und ein Cousin von mir miteinander wetten, wann ich doch mein Studium abbreche…
    Mein Vater versucht auch alles, indem er mir den unterhalt der mir zustünde nicht leistet, daher Vorschuss vom Bafögamt und die klagen sich das eben ein…
    Ich sagte darauf nurJETZT ERST RECHT!

    Zuspruch ist so wichtig. Auch wenn man sich das nicht eingestehen will, dass man ihn braucht, so baut es einen doch auf und vor allem zeigt es dir, dass du den richtige weg gegangen bist!

    • Ach, so schlimm ist das hier jetzt auch nicht, wie man es verstehen könnte. Meine Familie unterstützt mich und sagt mir ja auch immer wieder, dass es toll ist, wie ich bzw. wie wir es machen. Aber es gibt so Menschen, da würde man es fast erwarten, wenn man so mitbekommt, wer sonst einen Lobt und Anerkennung gibt. Nicht nur mir persönlich, sondern auch bei Bekannten und Freunden…

  2. Oh ja, das kenne ich nur zu gut und es ist so kränkend. Zwar habe ich nicht solche extreme Situationen wie Du durchgemacht, aber ich hätte mir auch für die Geburt von 2 Kindern schon mal Lob von den engsten Verwandten gewünscht. Ich kriege auch eher von Fremden Anerkennung und Verständnis als von der eigenen Familie. Traurig.
    Liebe Grüße.

    • Das ist doch immer schade, wenn man so etwas eher von fremden hört. Finde ich. Aber anscheinend bin ich mit der Situation ja gar nicht alleine. Mich beruhigt das ehrlich gesagt schon ein wenig. Auch wenn es nicht wirklich positiv ist. Aber so können wir uns ja selbst gegenseitig Mut machen. Lob aussprechen und Anerkennung geben!

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