Wie ich mich als Papa der „körperlichen Ertüchtigung“ nicht verwehren kann…

Veröffentlicht am

10. Dezember 2014

Geschrieben von

Mathias

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Zugegeben, ich würde mich jetzt nicht als Sportskanone bezeichnen. Eher das Gegenteil ist der Fall. „Sport ist Mord“- und bisher bin ich damit sehr gut gefahren. Während sich Andere von Knochenbruch zu Bänderriss spotteten, blieb meinem Adoniskörper jener Pein erspart. Okay, ein gewisser „Kantineneffekt“ (bedingt durch das sehr gute Essen unseres Betriebsrestaurants), lässt sich nicht gänzlich abstreiten, allerdings habe ich für mich nie einen erhöhten Bewegungsdrang (mit Ausnahme vielleicht des Skifahrens) vermisst.

Seitdem K1 nun jedoch da ist, erwische ich mich selbst immer wieder dabei, wie ich meinem selbst gesetzten Motto entgegenwirke. Es ging los mit dem fast täglichen Spaziergang – ich weiß nicht wirklich Sport, jedoch einen Tätigkeit die ständige Bewegung erfordert – mit dem Kinderwagen. Der Kinderwagen und der Gedanke, K1 würde frische Luft gut tuen, verliehen dem ansonsten arg langweiligen Spazierengehen einen gewissen Sinn und verleiteten mich dazu, mehrere Kilometer durch die hiesigen Bauernschaften zu drehen. Da wir keine Badewanne in unserer Wohnung besitzen, sind wir mit K1 bereits früh und dann auch im Gegensatz zu „früher“ Schwimmen gefahren. Natürlich war das am Anfang auch hier nicht mit viel Bewegung verbunden, und bestand zumeist daraus, K1 über Wasser zu halten. K1 und auch Papa hatten dennoch ihren Spaß.

Eine wirklich sportliche – und noch dazu erholsame – Betätigung allerdings, ist das Fahrradfahren (im Übrigen eine wirklich typische Betätigung hier im Münsterland). Mit dem Fahrradanhänger, zunächst hatten wir ja ein eher günstiges Modell, als wir bzw. ich allerdings sehr regelmäßig unterwegs waren, haben wir durch ein sehr gutes Angebot auf windelbar.de, in ein qualitativ hochwertigeres und auch leichter mitlaufendes Modell investiert, sind Hanna, K1 und ich bereits einige Sonntage ins 8 Kilometer entfernte Coesfeld zum Eisessen gefahren. Nach der Arbeit ist es außerdem äußerst erholsam, über die zahlreichen Radrouten des schönen und ruhigen Münsterlandes zu radeln.

Abschließend kommen wir noch zu den „Nebentätigkeiten“, die so ein kleines, krabbelndes und bald laufendes Kind so mitbringt: Da wäre zum Einen das, dem Gewichtheben nahekommende, Hochheben des Monsieurs, der ab und an, vornehmlich bei Müdigkeit, durch die Gegend getragen werden, oder auch hochgeworfen und aufgefangen werden will. Wer schon einmal selbst die 10 Kilo Lebendgewicht eines Kindes, eine halbe Stunde umhergetragen hat, wird das sicherlich verstehen. Es ist teilweise wirklich anstrengend und geht doch recht arg auf den Rücken (jener Teil, der durch den Bildschirmarbeitsplatz bereits stark beansprucht, oder auch nicht beansprucht ist). „Last but not least“ ist da noch die letzte Disziplin, der Sprint. Dieser ist meist recht spontan erforderlich, wenn K1 mal wieder (innerhalb der Wohnung) ausgebüxt ist, und man klirrende Geräusche aus dem Nebenraum vernimmt, oder der Herr mit einem Affenzahn zu einer Gefahrenquelle, beispielsweise der Treppe (wenn man sich nicht sicher ist, ob man das Gatter wirklich geschlossen hat), oder dem Ofen bei Oma und Opa, unterwegs ist.

Ich denke, dass da Widerwillen noch einiges auf mich zukommen wird, vor allem wenn der Herr anfängt richtig zu laufen, geschweige denn zu rennen. Aber vielleicht ist ja nicht jeder „Sport“ so schlecht wie man vielleicht denkt.

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